1986, 2. Halbjahr - Festlegungen zu Profil, Layout, Herstellung und Vertrieb; Manuskriptplanung und -beschaffung für MP 1/1987 bzw. den ersten Jahrgang; Herausgebervertrag mit der KdT; Abgabe der Unterlagen für das erste Heft an die Druckerei und Imprimatur

- 25. 07. 1986

Brief der Akademie der Wissenschaften der DDR, Forschungsbereich Physik, Leiter Prof. Dr. habil. G. Albrecht an Verlag Technik, VR Paszkowsky
Bittet darum, als weitere Beiratsmitglieder aufzunehmen: Prof. Dr. Rudolf Pose (wurde später berufen) und Prof. Dr. Frank Baldeweg (wurde nicht berufen).

- 05. 08. 1986

Brief (Kopie) von Koberstedt, Direktor Produktion/Materialwirtschaft/Außenwirtschaft der Zentrag, an Produktionsleiter Freitag von VT
Information, dass die Druckerei Märkische Volksstimme die komplexe Produktion der „Mikroprozessortechnik“ übernimmt.
Vorgeschlagen wird, die Zeitschrift NTB 1987 noch in der alten Form weiterzuproduzieren.

- 07. 08. 1986

Bericht über die Dienstreise der Kollegen Paszkowsky, Weiß und Hildebrandt am 5.8.1986 nach Dresden“
Die Themen der Arbeitsberatung im VEB Robotron-Meßelektronik „Otto Schön“ Dresden enthält das angeklammerte Protokoll vom 07. 08. 1986

Demnach gab es Festlegungen zu geplanten Veröffentlichungen in der MP (KC 87, Serie über Meß- und Prüfautomatisierung) und zur Übergabe eines Leihgerätes robotron KC 85/1 — später auszutauschen gegen einen KC 87.
Das Anwendertestgerät wird denn auch innerhalb der Redaktion und in einem weiten Umfeld erprobt, wie ein Foto vom Januar 1987 belegt. Zurückgefordert wird der KC zur Wendezeit im Zuge einer „Grund- und Arbeitsmittelinventur“ am 30. 01. 1990.

- 15. 08. 1986

Brief von Fleischer, Direktor für Entwicklung und Technologie, VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen im VEB Kombinat Mikroelektronik an Prof. Roth, TH Ilmenau
(Durchschlag mit Begleitnotiz von MPM/EF1, W. Domschke, vom 19. 08. 1986 an VT Red. MP)
Fleischer begrüßt die Herausgabe der Fachzeitschrift „Mikroprozessortechnik“: „Sie schließt eine Lücke im Informationsangebot unserer Republik, da spezielle Beiträge weder in der „radio fernsehen elektronik“, noch in der „rechentechnik datenverarbeitung“ veröffentlicht werden konnten.“
Man habe als Produzent der Kleincomputer KC 85/2 und KC 85/3 Interesse, Informationen in der Zeitschrift zu veröffentlichen.
Zunächst könne man die Beiträge „Der Kleincomputer KC85/3 und sein modulares Konzept“ (Autoren W. Domschke und W. Dennstedt) und „FORTH auf dem KC85/2 und KC85/3“ (W. Domschke) anbieten.
Man habe auch Interesse, in jeder dritten Ausgabe ein oder zwei Spalten zum KC zu gestalten - etwa als „KC-Ecke“, auch mit Anwendererfahrungen.
Weiterhin erklären wir uns bereit, jede Neuentwicklung zum KC85 in einem Artikel vorzustellen, so daß Ihre Zeitschrift sehr aktuelle Informationen Ihren Lesern anbieten kann.“

- August 1986

Mit der Deutschen Post ist vereinbart, Abonnementbestellungen mit Monatsbeginn entgegenzunehmen: „Täglich erreichen uns jedoch Anrufe von zukünftigen Lesern, die vergeblich versucht haben, bei der Post eine Bestellung aufzugeben“, wendet sich der Verantwortliche Redakteur der Mikroprozessortechnik an die Abteilung Absatz im Verlag.

Deren Leiterin antwortet am

- 20. 08. 1986

dass die Bezirksdirektoren zwar im Juli durch das PZVA (Postzeitungsvertriebsamt) über die Herausgabe der Zeitschrift mit der Maßgabe informiert wurden, alle Postämter der DDR schriftlich davon in Kenntnis zu setzen. Dass man aber nicht ausschließen könne, dass diese Mitteilung nicht alle Postämter erreicht habe. Die Redaktion könne aber die Interessenten auf die Möglichkeit verweisen, sich an die Abteilung Absatz des VT oder an das PZVA Berlin zu wenden.

- Nach dem Bestellbeginn für Abonnements bei der Post im August wurde trotz des für DDR-Verhältnisse sehr hohen Preises von 5,- Mark die Zahl der geplanten 10 000 Druckexemplare schnell überschritten. Da die MP zu DDR-Zeiten in der Regel nicht im Freiverkauf verfügbar war, ergo nicht mal als „Bückware“ erstanden werden konnte, blieb dem Interessenten nur ein Abonnement. Aufgrund dieses Nachfragedrucks gab es — erfolgreiche — Bestrebungen zur Genehmigung einer Auflagenerhöhung (siehe unten).

- 22. 08. 1986

Brief von VT VR Paszkowsky an Verlag Die Wirtschaft Berlin, Redaktion rechentechnik/datenverarbeitung, Chefredakteur Franz Loll
Einladung bzw. Angebot zu einer Beratung in der Redaktion MP (auch für den rd-Beiratsvorsitzenden Professor Schoppan), um für eine langfristige Zusammenarbeit und Abstimmung Themenpläne und das Handling von Manuskripten zu besprechen, die besser ins Profil der jeweils anderen Zeitschrift passen.

- 29. 08. 1986

Brief von VT VR Paszkowsky an Prof. Roth
Informiert, dass alle Beiratsmitglieder Schreiben erhielten, ihre Manuskripte für Heft 1/87 der MP bis zum 15. September zu liefern.
Weiterhin, dass die AdW an die Redaktion die „Bitte (Aufforderung)“ gerichtet habe, noch Prof. Pose und Prof. Baldeweg in den Beirat aufzunehmen.
Weiterhin, dass Dr. Florin (MEE) bereit sei, das Vorwort des Ministers EE zu verfassen. Braucht dafür aber Zuarbeit von Prof. Roth.

- 18. 09. 1986

Die 2. Beiratssitzung findet in der Humboldt-Universität Berlin, Sektion Elektronik, in der Invalidenstraße statt.
Ein Protokoll ist nicht (mehr) vorhanden, lediglich die Notizen von Hans Weiß, seit 01. 06. 1986 Redakteur der MP.
Demnach ging es vorrangig um die inhaltliche Ausgestaltung der nächsten Hefte; was auch das Profil der MP in Abgrenzung zur vorhandenen Fachzeitschriftenlandschaft berührte. So verwies Dr. Florin vom Ministerium Elektrotechnik/Elektronik darauf, dass die Artikelauswahl der Strategie des MEE entsprechen sollte. Demnach seien geplante Beiträge zum P8000 (Mikrocomputersystem vom VEB Elektroapparate-Werke Berlin-Treptow) und vom U5200 aus dem KME in Ordnung, aber „was fehlt, ist Robotron.“
Warum, das machte Dr. Keller vom VEB Robotron Elektronik Dresden klar: Beiträge aus seinem Kombinat würden vorrangig in der „Firmenzeitschrift“ Neue Technik im Büro angeboten, etwa Neuigkeiten oder Software; und „wenn in der MP, dann als Zweitveröffentlichung“.
Vorschlag von Dr. Claßen, statt problematische Westtechnologien als Schwerpunktthemen darzustellen, „lieber 1715 oder SCP“ als Schwerpunkthefte zu veröffentlichen, also zum PC 1715 aus dem VEB Robotron-Büromaschinenwerk Sömmerda und zum CPM-kompatiblen Betriebssystem SCP. Reaktion Dr. Keller: „Robotron liefert nichts!“
Dies änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass die Redaktion trotzdem von Anfang an mit dem Problem eines Manuskript-Überangebotes konfrontiert war. Und es kamen auch Beiträge von Robotron für die MP (wie am 07. 08. 1986 mit dem VEB Robotron-Meßelektronik, Betriebsdirektor Dr. Jugel vereinbart), selbst von bzw. über Dr. Keller als Beiratsmitglied; etwa Vorstellungen des Kleincomputers robotron KC 87 (in MP 1/87), des Bildungscomputers robotron A 5105 (MP 10/88) oder zum Z 1013 (siehe unten, 28. 11. 86).

- 22. 09. 1986

Brief von Prof. Roth an Redaktion MP, VR Paszkowsky
Professor Roth möchte „einige Gedanken zur Zeitschrift mitteilen“. Zum einen unterbreitet er Vorschläge für einen gemeinsamen Leitartikel von ihm und dem Verantwortlichen Redakteur zum Inhalt der Zeitschrift — der neben dem geplanten Vorwort des Ministers für Elektrotechnik und Elektronik Felix Meyer erscheinen sollte.
Zum anderen gibt er seine Einschätzung zu einem (offenbar auf der Beiratssitzung vorgelegenen) Entwurf des Layouts und der geplanten Rubriken der Zeitschrift: Drucktechnik und Farben der Titelseite „wirken total veraltet, geradezu erschreckend“. Die Abkürzung MP im Titel sei „unklug“, er empfehle erneut dringend „mpt“ als Kürzel. Eine Leserbrief-Rubrik sei bedenklich, „es kommen nur dumme Anfragen (rfe)“. Das Vorbildniveau der neuen Zeitschrift liege bei messen steuern regeln, Nachrichtentechnik/Elektronik (NE) und Feingerätetechnik, nicht bei NTB und rfe, „die auch dieses Gebiet tangieren, und von denen sich unsere Zeitschrift klar unterscheiden muß“. Letztlich als p.s.: „Mit dem jetzigen äußeren Bild fällt man international und national durch!“
Diese Überlegungen sowie sein beigefügter Titelseiten-Entwurfsvorschlag dokumentieren neben seinem bisherigen Engagement anschaulich, mit wieviel Herzblut Professor Roth an einer erfolgreichen Entwicklung quasi seines „Babys“ gelegen war.

- 08. 10. 1986

Von VT-VR Paszkowsky eine „Liste an Pollei für ZK am 8.10.86“
Sie enthält die für die nächsten Ausgaben grob geplanten Fachbeiträge und soll offenbar als Information über den Sekretär der KDT, Fachverband Elektrotechnik als Herausgeber, Harry Pollei, an das ZK der SED weitergeleitet werden.

- 14. 10. 1986

Reisebericht über die Dienstreise des Kollegen Paszkowsky nach Brno, CSSR
Ziel der Reise des Verantwortlichen Redakteurs war der Besuch der Internationalen Maschinenbaumesse Brno. Auslandsreisen wurden jeweils im Vorjahr im Verlag geplant und bei der HV Verlage beantragt. Angesichts knapper Valutamittel war es von Vorteil, durch erhaltene Einladungen Kosten zu sparen und dadurch leichter die Genehmigung zu erhalten. So auch hier: Die Einladung für den Messebesuch kam von der tschechoslowakischen Werbeagentur Rapid über Kontakte zur Handelsvertretung der CSSR in Berlin (siehe Seite 3).

Bestätigt wurde die Teilnahme über die damals übliche dienstliche Kommunikation per Telex (siehe Seite 4).

Um auch als Redakteur zusätzlich einen Dienstreiseauftrag für den Besuch dieser Messe zu erhalten, nutzte ich die günstigen privaten Gegebenheiten: Für die Zugreise die Freifahrt für Angehörige von Mitarbeitern der Deutschen Reichsbahn und für die Übernachtungen den Besuch bei entfernten Verwandten in Brno.
Somit stand wie beim VR im Dienstreiseantrag an die HV Verlage: „Die Dienstreise ist nicht im Plan enthalten. Sie erfolgt auf Einladung. Es entstehen keine Kosten.“
(Ormig-Kopie, kaum scanbar, Ordner Auslandsreisen)
(siehe auch „VT-Organisationsanweisung 4.10 - Dienstreisen ins Ausland“)

- 17. 10. 1986

Reisebericht über die Dienstreise des Kollegen Weiß zur 28. Maschinenbaumesse nach Brno/CSSR
Die Erkenntnisse aus dem Besuch der Messe flossen auch in den gemeinsamen Messebericht in der ersten MP-Ausgabe 1/1987 ein.

- 17. 10. 1986

Brief von VT VR Paszkowsky an Dr. Florin, Ministerrat der DDR, Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik
Schickt in der Anlage den Beitrag von Professor Roth, um ihn evtl. als Zuarbeit für das geplante Vorwort von Minister Felix Meyer verwenden zu können. Außerdem die langfristige Konzeption der MP.

- 21. 10. 1986

Jahresthemenplanung 1987 für „Mikroprozessortechnik“, von VR Paszkowsky unterzeichnet
Darstellung der vorgesehenen Themen, Rubriken und einzelner Beiträge

- 30. 10. 1986

Brief von VT VR Paszkowsky an den Direktor des VEB Applikationszentrum Elektronik Berlin
Informiert zur Herausgabe der neuen Fachzeitschrift MP; bietet an, Beiträge aus dem AEB zu veröffentlichen. Etwa Fachaufsätze, Kurzartikel, Lösungsbeschreibungen sowie Informationen aus der Arbeit des Applikationszentrums. Darüber hinaus, anhand der vom AEB herausgegebenen Materialien über die Anwendung der Mikroelektronik in der DDR zu informieren.

- 03. 11. 1986

Brief von Luther, Bereichsleiter Absatz, und Flöter, Gruppenleiter Marktarbeit, im VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen im VEB Kombinat Mikroelektronik, an Verlag Technik, VR Paszkowsky
(Betr.:) Monatszeitschrift „Mikroprozessortechnik“
Ihr Angebot, o. g. Zeitschrift für Veröffentlichungen über Erzeugnisse unserer Produktion zu nutzen, müssen wir aufgrund unseres derzeitigen Fertigungsprofils leider dankend ablehnen.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis.“
Wie im Brief an den VEB AEB am 30. 10. 1986, hatte der VR vermutlich auch ein Angebot an den VEB Mikroelektronik gerichtet, die MP für Veröffentlichungen zu nutzen. Und wenngleich die unterzeichnenden Kollegen die MP ignorieren wollten: Beiträge über Produkte und zu ihrer Anwendung kamen doch — sicherlich auch über das Beiratsmitglied Dr. Schulze aus dem Kombinat Mikroelektronik, dem der VEB Mikroelektronik angehörte: Zum Beispiel in MP 1/87: Der Kleincomputer als Prüfbildgenerator; in MP 2/87: Kleincomputer KC 85/3 — Hardwarekonzept; in MP 3/87: Das Softwarekonzept des KC 85/3 — und so weiter.
Zudem unterstützte der VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ den Verlag Technik bzw. die Redaktion MP im November 1986 mit der Leihgabe von zwei Kleincomputern KC 85/3, siehe Übergabeprotokoll eines KC 85/3 vom 18. 11. 1986.
Allerdings gab es vor allem im ersten Erscheinungsjahr der MP mehrmals Diskussionen mit dem Kombinat Mikroelektronik und dem Kombinat Robotron hinsichtlich des Profils der MP und der Abgrenzung zu anderen Fachzeitschriften — und damit zur Wahl der Platzierung von Fachbeiträgen aus den Kombinaten (siehe unten).

- 04. 11. 1986

Brief von VT VR Paszkowsky an Redaktion rd, Chefredakteur Franz Loll
Informiert darüber, dass das vereinbarte Gespräch während der Tagung „Mikroprozessor- und Computertechnik 86“ wegen einer Auslandsreise von Prof. Roth nicht zustande kam und voraussichtlich auf Anfang Dezember verschoben wird.

- 5.11.1986

Herausgebervertrag zwischen dem VEB Verlag Technik und der Kammer der Technik, Fachverband Elektrotechnik, geschlossen. Unterschrift VT am 05. 11. 1986, von KdT am 12.11.1986.
Grundlage ist die Organisationsanweisung 2.4. des VT.
Der Herausgeber sorgt in gemeinsamer Arbeit mit dem Verlag dafür, dass die Zeitschrift als wirksames Publikumsorgan gestaltet wird. Die Verantwortung für die Zeitschrift einschließlich aller inhaltlichen, gestalterischen und ökonomischen Fragen liegt dabei im Verlag.

- 10. 11. 1986

Brief von VT-Produktionsleiter Freitag an Druckerei Märkische Volksstimme, Hennig,: „Wie telefonisch abgesprochen, wird die Auflagenhöhe 28 000 Expl. betragen. Wegen der Papierbereitstellung haben wir uns mit Genosse Beyer von der Zentrag verständigt, er wird die erforderlichen Maßnahmen mit Ihnen absprechen.“

- 12. 11. 1986

Brief von Prof. Dr.-Ing. R. Jähn an VEB KME „Karl Marx“ Erfurt, Generaldirektor Gen. Prof. Dr. Wedler

Bittet um Zustimmung, den Kandidaten des ZK der SED, Prof. Dr. sc. techn. Franz Rößler aus dem KME Erfurt in den Beirat der MP zu berufen. Und um Unterstützung bei dessen Gewinnung für diese Aufgabe, „die wesentlich zur Durchsetzung der Strategie unserer Partei bei der Applikation der Mikroelektronik beitragen wird.“

- 17. 11. 1986

Brief von Professor Roth VT Red. MP VR Paszkowsky
Eine Beratung mit dem Beiratsvorsitzenden der Zeitschrift rd könnte am 02. 12. 1986 stattfinden.
Mit Dr. Florin hatte ich mich kurz abgestimmt. Eine Zusammenarbeit hat er nicht benötigt.
In meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Redaktionsbeirates — so denke ich — könnte das „redaktionelle Wort“ auch in meinem Namen gesprochen werden.“

- 28. 11. 1986

Schreiben von Robotron-Elektronik Riesa, Direktor für Wissenschaft und Technik, Steuer, an Robotron-Elektronik Dresden, Dr. Keller,
Information, dass bis 3/87 drei Artikel zum Mikrorechnerbausatz Z 1013 für die Zeitschrift „Mikroprozessortechnik“ vorbereitet werden können.

- 28. 11. 1986

Nachtrag zur Lizenzurkunde (Lizenz-Nr.: 1719) durch den Leiter des Presseamtes Dr. Blecha:
Die Durchschnittsauflage wird für das Planjahr 1987 auf 30 000 Stück erhöht.

- 09. 12. 1986

Brief von VEB Robotron-Elektronik Riesa, Direktor für Absatz, Suessbrich, an VEB Verlag Technik, Redaktion Mikroprozessortechnik
Betreff: Z 1013 – Einladung
Der VEB Robotron-Elektronik Riesa ist um einen guten Kontakt gegenueber seinem staendig wachsenden Z 1013 - Kundenkreis sowohl in der Bevoelkerung als auch bei den gesellschaftlichen Bedarfstraegern bemueht. Die daraus erwachsende Notwendigkeit eines aktuellen und objektiven Informationsflusses kann nur durch eine gezielte Oeffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung von entsprechenden Fachzeitschriften erreicht werden.“
In diesem Zusammenhang Einladung zu einer Zusammenkunft am 14. 01. 1987 im VEB Robotron-Elektronik in Riesa zwischen kompetenten Publikationsorganen und dem Hersteller einschl. Vertriebs- und Serviceorganen. Betriebsbesichtigung auf Wunsch möglich.

- 30. 12. 1986

Brief von VT D Hieronimus an Leiter des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerates der DDR Genossen Dr. Blecha
(Betreff) Lizenzerhöhung1987 für die Zeitschrift „Mikroprozessortechnik“
Die Herausgabe o.g. Zeitschrift erfolgt auf Beschluß des Ministerrates 209/I. 7. 4/86 vom 21. Januar 1986 auf der Grundlage des Beschlusses des Sekretariats des ZK der SED vom 8. Januar 1986.
Die Lizenzauflage beträgt 30.000 Exemplare. Diese Auflagenhöhe ist nach Mitteilung des Postzeitungsvertriebes nicht ausreichend, da zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits 37.500 Vorbestellungen vorliegen. Darüber hinaus sind für den Export und Eigenbedarf ca. 1500 Exemplare vorgesehen.
Die hohen Vorbestellzahlen zeigen, daß ein echter Bedarf an theoretische und praxisorientierte Beiträge über angewandte Mikroelektronik, Computertechnik, Programmierung und technische Informatik besteht.
Wir bitten, die Lizenzauflage 1987 für die Zeitschrift "Mikroprozessortechnik" auf 40.000 Exemplare zu erhöhen.
Wir bitten um Genehmigung."
(wird am 12. 01. 1987 im Nachtrag zur Lizenzurkunde genehmigt)

- 30. 12. 1986

Entsprechend dem Terminplan für die Herstellung von Heft 1/1987 der MP hatte die Imprimatur im Verlag am 30. 12. 1986 zu erfolgen (und erfolgte vermutlich planmäßig). Das heißt, endgültige Druckfreigabe durch die Redaktion mittels Stempel auf den Korrekturabzügen — mit der Maßgabe für die Druckerei, vorher die angezeichneten Korrekturen auszuführen. „Erteilung und Ausübung des Imprimaturrechts“ erfolgten gemäß der VT-Organisationsanweisung 4.3. „Das Imprimaturrecht wird vom Verlagsdirektor schriftlich erteilt. Jede für den Druck vorgesehene Vorlage muß von einem dazu Befugten imprimiert sein. ...Imprimatur von Zeitschriften: Das Imprimaturrecht wird dem Verantwortlichen Redakteur für seine Zeitschrift erteilt. In seiner Abwesenheit imprimiert für ihn der zuständige Abteilungsleiter. Das Imprimaturrecht des Verantwortlichen Redakteurs erstreckt sich auch auf die Anzeigen in seiner Zeitschrift.“
Der Terminplan zeigt auch, mit welchem Vorlauf ein Heft erstellt wurde — vor allem wegen langer Herstellzeiten in der Druckerei. Das Hauptmanuskript für Heft 1/87 etwa musste am 28. 11. 1986 an die Druckerei geliefert werden, Farbvorlagen gar am 07. 11. 1987 — es musste also entschieden sein, welche Fotos zu welchem Beitrag ins Heft sollen; am 22. 12. 1986 kamen die Korrekturabzüge (d. h. über Weihnachten Korrektur lesen) und mussten am 30. 12. 1986 imprimiert sein. Planmäßiger Versand der Hefte seitens der Post dann ab 30. 01. 1987.
Hier sind zwei Besonderheiten gegenüber heute zu erkennen: Einmal die lange Herstellzeit — etwa zwei Monate von der Manuskriptabgabe bzw. drei Monate von der Farbfotoabgabe an die Druckerei bis zum Versand. Dazu kam für die Redaktion noch die Zeit für die Zeichnungsanfertigung und die Layouterstellung. Die Manuskripte mussten also noch früher redaktionell fertig bearbeitet sein. Was insbesondere für Tagungsankündigungen, aber auch für Berichte von Veranstaltungen fatal war.
Zum Anderen das Prinzip der Numerierung der Hefte: Die Monatsnummern von Zeitschriften bezogen sich vor der Wende auf den Monat, in dem sie ausgeliefert wurden. MP 1/1987 erschien demnach planmäßig am 30. 01. 1987 (außerplanmäßig wohl bei vielen später, wie zahlreiche Leserbriefe und Anrufe zeigten).
Zur Wendezeit informierten uns die netten Kollegen von c't, ix, Computer persönlich u. a. über das „Westprinzip“: Die Auslieferung erfolgt hierbei jeweils (scheinbar) im Vormonat: So funktioniert Verkaufspsychologie. Der Leser, der sein Heft mit der Bezeichnung — 3/2017, also März 2017 — schon Mitte Februar erhält, wird viel glücklicher sein, weil scheinbar aktueller informiert. Und sich nicht gleich beschweren, wenn es sich auf Ende Februar verzögert.
Wir folgten später dem marktwirtschaftlichen Prinzip: Nachdem die MP-Auslieferung mit der Wende schon mehr Richtung Monatsanfang gerückt war, gab es Mitte 1991 die Anpassung. Aus Heft 5/1991 und 6/1991 wurde eine „Doppelnummer“ MP 5/6 1991 mit Auslieferung am 13. 05. 1991. Ergo hatte der Leser auch sein „Juniheft“ schon im Mai und konnte die MP 7/1991 bereits am 17. 06. 1991 beglückt in Händen halten, usw.


Zu solchen und ähnlichen Gegebenheiten später mehr — vielleicht in Teil 2 (1987 bis Mitte 1989: Alltag — Planung, Herstellung, Profilierung) oder in Teil 3 (1989 bis 1992: Die Wende: Der Anfang vom Ende — Profilierungs- und Anpassungsbestrebungen an die Marktbedingungen, Kooperationen...)